25.10.2021 · Aktuelles / Nordrhein-Westfalen

Power on: Das waren die LernFerien NRW im Herbst 2021

© dkjs/S. Rauch

Fragen stellen und die Neugier stillen, eigene Stärken entdecken, sich Ziele setzen und damit eine echte Zukunftsperspektive – um dies und noch viel mehr ging es in den beiden Herbst-LernFerien-Wochen in NRW.

20 Camps von Hattingen bis Bielefeld

Insgesamt wurden 20 Camps von erfahrenen Trägern wie StarkeKids e.V., GFI ProCare, Rheinflanke Gelsenkirchen oder CJD Essen angeboten, 14 davon in Präsenz und 6 als digitale Camps. Die Jugendlichen konnten hier einen Mix aus erlebnispädagogischen Gruppenangeboten, Lernkompetenztrainings und Einzelcoachings erleben. „Eines der wichtigsten Tools während der Lernferien ist die Motivation“, sagt Angelika Galen, Vorsitzende des Trägervereins Starke Kids e.V.: „Wir finden die Talente der Teilnehmer:innen und stärken sie in ihrer Persönlichkeit. Der Lernerfolg kommt dann von ganz allein!

Wie schon in den Sommerferien kombinierten die LernFerien NRW auch dieses Mal wieder praxisorientiertes Lernen mit erlebnisreichen Freizeit- und Erholungsangeboten wie Stand-Up-Paddling, Geocaching, Videoproduktion oder Hochseilgarten. In manchen Workshops wurde es laut und rhythmisch: In Nettersheim (siehe Bild) ließen die Jugendlichen beim Trommeln auf Cajons gemeinsam den Raum vibrieren und improvisierten ein taktsicheres Orchester aus Percussions und Tönen.

Die LernFerien NRW werden mit zwei Schwerpunkten angeboten: „Lernen lernen“ und „Begabung fördern“.

Lernen lernen – mit viel Sinn für Gemeinschaft

„Lernen lernen“-Camps richten sich an Schüler:innen der achten und neunten Klassen aller weiterführenden allgemeinbildenden Schulen, die ihre Lern- und Selbstkompetenzen verbessern wollen. Hier beschäftigten sie sich mit Zeitmanagement oder Prüfungsangst, finden heraus, welcher Lerntyp sie sind und werden individuell gecoacht. Sie arbeiten mit Quizz- oder Lernapps, holen Unterrichtsstoff in den Fächern Deutsch, Englisch oder Mathematik nach und tauschen sich in geschütztem Rahmen mit neuen Freund:innen aus.

Die besondere Wirkung dieses Gemeinschaftsgefühls betont auch Gilda Thiesmeier, Teamerin des „Lernen lernen“-Camps der zweiten Ferienwoche in Nettersheim: „Für viele hier war es auch eine ganz neue Erfahrung, in eine Gruppe zu kommen, die ihnen gegenüber nicht voreingenommen ist und in der sie akzeptiert werden, wie sie sind. Sie haben hier neue Freunde und Freundinnen gefunden und den Spaß am Lernen entdeckt. Eltern sind dann im Anschluss oft ganz erstaunt über ihr Kind, weil es von den Lehrenden ganz anders gesehen wird als hier im Rahmen der LernFerien.“

Begabung fördern – im Gespräch mit Experten zu Zukunftsfragen

In den „Begabungen fördern“-Camps hatten Schüler:innen der 8. und 9. Klassen sowie der Oberstufe die Möglichkeit, sich mit aktuellen gesellschaftlichen oder zukunftsweisenden Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dabei standen dieses Mal Themen wie künstliche Intelligenz, Vielfalt oder Arbeitswelt der Zukunft auf dem Programm.

Wie lernen Maschinen? Das fragten sich zum Beispiel die Schüler:innen im Camp „Begabung fördern“ in Dortmund im Rahmen von Diskussionsrunden, Ausstellungsbesuchen und eigenen Präsentationen rund um das Themengebiet der künstlichen Intelligenz. Sie hörten Fachvorträge zu Themen wie „Künstliche Tugend – Roboter als moralische Akteure“ oder „Co-Working von künstlichen und menschlichen neuronalen Netzwerken“. Anschließend gingen sie mit den referierenden Expert:innen der Neurowissenschaften, der Soziologie oder Theologie von der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum ins Gespräch.

In Münster erarbeiteten sich Teilnehmende des Barcamps „Arbeitswelt der Zukunft“ ihre eigenen Visionen und Haltungen zum Campthema. Sie recherchierten, berieten sich im Plenum und präsentierten ihre Ergebnisse in Vorträgen oder auch als Poetry Slam.

Hintergrund

Seit 2008 bietet das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen die LernFerien NRW an, seit 2021 wird das Angebot gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) umgesetzt. Zweimal im Jahr – in den Oster- und Herbstferien – stärken landesweite Lerncamps das Potential von Jugendlichen, die sich dort durch verschiedene Lernmethoden neue Interessen und Zukunftsperspektiven erschließen können.