11.10.2016 · Aktuelles

Ein Jahr Willkommen im Fußball in Dortmund

© dkjs/E. Reinsch

© dkjs/E. Reinsch

„Wir haben sogar schon in einem Turnier gespielt und einen Pokal bekommen“, schwärmen die jungen Geflüchteten, die in Dortmund an dem Projekt Willkommen im Fußball teilnehmen. Von der anfänglichen Sorge, nicht richtig Deutsch zu sprechen, ist nichts zu mehr spüren, wenn es um Fußball geht und um das Projekt, das ihnen seit gut einem Jahr ermöglicht, einmal in der Woche mit einem Profitrainer Fußball zu trainieren.

Dieses Projekt und das Bündnis, das diese Aktion erst möglich gemacht hat, stehen beim Projektbesuch von Daniela Schadt am vergangenen Freitag im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Seit einem Jahr engagieren sich die BVB-Stiftung „leuchte auf“, der TSC Eintracht Dortmund 1848/95 und das Projekt „angekommen in Deiner Stadt Dortmund“ der Walter Blüchert Stiftung im Dortmunder Bündnis Willkommen im Fußball für junge Menschen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind.

Die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck und Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, ist nach Dortmund gekommen, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie Fußball bei der Integration von jungen Geflüchteten helfen kann.

„Fußball ist Integration“, erklärt Wolfgang Euteneuer vom Projekt „angekommen in deiner Stadt“ im Podiumsgepräch. Dass fast 60 Nationen in den Bundesligaverbänden vertreten sind, bestätigt seine These. Aber auch, worauf Dr. Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball Liga, hinweist, dass Fußball keine Sprache braucht. Die Regeln kennt jeder, und um gemeinsam Spaß zu haben und etwas zu erreichen, braucht man nur einen Ball, einen Platz und zwei Tore.

Aber das Dortmunder Bündnis von Willkommen im Fußball stellt noch mehr zur Verfügung: Es sorgt dafür, dass die Spieler mit einem Trainer des BVB trainieren können. Und die jungen Männer, die einmal in der Woche im Stadion der TSC Eintracht trainieren, bekommen zunächst ein Mittagessen. „Je besser das Essen ist, umso besser spielen wir“, scherzt Samir El Fatkallah, einer der Jugendlichen, der aus Marokko geflohen ist.

Das beste Zeichen dafür, dass das Projekt Früchte trägt, ist der Zusammenhalt der jungen Männer, die sich vor Beginn der Veranstaltung herzlich begrüßen, miteinander scherzen und sich sofort unterstützen, wenn es beim Interview Verständigungsprobleme gibt. Auch, dass sie in dem Podiumsgespräch neben Daniela Schadt sitzen und souverän ihre Meinung sagen, zeigt, dass das Prinzip von Willkommen im Fußball gewirkt hat. Es wirkt sogar über den Fußballplatz hinaus. Davon berichtet Albi Llugajej aus Albanien, der dank des Bündnisses einen Ausbildungsplatz als Bäcker gefunden hat, was wiederum dazu geführt hat, dass seine Aufenthaltserlaubnis über die Volljährigkeit hinaus verlängert wurde.

Für die jungen Leute ist nicht wichtig, wer genau hinter ihrem wöchentlichen Fußballtraining steckt. Sie sind froh über diese Chance, wieder Fußball zu spielen. Und sie sind froh über den Sprachunterricht, der sich an die Trainingsstunde anschließt. Obwohl die sportliche Betätigung nach dem Schulvormittag an den Kräften zehrt, sind sie motiviert dabei. „Bei den Lehrern macht der Unterricht Spaß“, ist ein Grund für die Begeisterung. Der Unterricht ist auch wirklich ganz anders, stärker am Fußball und an der Lebenswelt orientiert als in der Schule, wie Daniela Schadt im Beispielunterricht erfahren kann. Außerdem ist den Jugendlichen die deutsche Sprache wichtig, weil sie etwas erreichen möchten, eine gute Ausbildung machen, studieren und Teil der Gesellschaft werden. Was kann ein Projekt für junge Geflüchtete mehr erreichen?

Daniela Schadt jedenfalls ist sehr angetan von den Jugendlichen und dem Projekt, dessen Struktur sie als zukunftsweisend und beispielhaft für eine erfolgreiche Vernetzung im Interesse einer gemeinsamen Sache ansieht. „Solche Bündnisse zwischen Bürgerengagement und Staat sind nicht nur sinnvoll, sondern notwendig“, findet sie zum Abschluss der Runde, ehe sie das Dortmunder Bündnis für das besondere Engagement auszeichnet.

Willkommen im Fußball ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert von der Bundesliga-Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

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