06.08.2018 · Aktuelles / Rheinland-Pfalz

Berufsschule als Zukunftsschmiede

Ein Mädchen stanzt mit einer Lochzange Löcher in eine Pappe.

© dkjs/R. Herschler

Jede dritte Lehrstelle ist unbesetzt, die duale Berufsausbildung hat an Stellenwert verloren. Jugendliche, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden, treffen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfahrungen in den Berufsschulklassen aufeinander und stehen außerdem hohen beruflichen Anforderungen gegenüber. In einer sich schnell wandelnden und zunehmend digitalisierten Arbeitswelt brauchen sie neue Kompetenzen und gute Begleitung auf ihrem Weg in ein Berufsleben mit Zukunft.

Welche Wege können Fachkräfte gehen, um der Vielfalt in den Klassen gerecht zu werden? Wie vermitteln sie die benötigten Kompetenzen am besten und wie schaffen sie es, die duale Ausbildung auch in Zukunft attraktiv zu gestalten? Welche Antworten finden sie auf diese Fragen, wenn sie Schülerinnen, Schüler und Betriebe einbeziehen?

Preisgeld, Fortbildungen und Coaching für gute Ideen

Mit dem Modellprogramm "Zukunftsschmiede Berusfsschule" unterstützen die Nikolaus Koch Stiftung und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Berufsschulklassen dabei, Projektideen zu diesen Fragen umzusetzen. Bis zu vier ausgewählte Teilzeit-Berufsschulklassen erhalten den Nikolaus Koch Preis 2018, ein Preisgeld in Höhe von bis zu 3000,- Euro für ihre Projektumsetzung, zwei Fortbildungs- und Vernetzungstage sowie fortlaufende Begleitung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Arbeit in Projekten ermöglicht neue, praxisorientierte Spielräume für das Lernen und die Kooperation von Schulen mit Betrieben der dualen Ausbildung. Lehrkräfte können zeigen, dass sie jungen Menschen attraktive Bildungswege eröffnen und diese auch in Zukunft chancengerecht und stärkenorientiert gestalten wollen. Schülerinnen und Schüler bringen ihre Ideen und Kompetenzen ein, haben Erfolgserlebnisse und sollen Wertschätzung für ihren Einsatz erfahren.

Wer kann sich bewerben?

Alle Teilzeit-Berufsschulklassen in der Region Trier (Stadt Trier, Kreis Trier-Saarburg, Vulkaneifelkreis, Kreis Bitburg-Prüm, Kreis Bernkastel-Wittlich) können ihre Projektideen ab dem 8. August 2018 einreichen. Die Unterlagen dazu finden Interessierte unter www.passt-region-trier.de/zukunftsschmiede.html. 

Welche Themen können in den Projekten bearbeitet werden?

Ein Projekt kann alle thematischen und fachlichen Aspekte der Berufsausbildung aufgreifen. Es sollte möglichst praxisnah sein, es der Klasse ermöglichen, im Team zu arbeiten und zum Ziel haben, dass alle Schülerinnen und Schüler sich mit ihren individuellen Kompetenzen einbringen können. Kooperationen mit weiteren Klassen, Betrieben oder anderen Partnern sind möglich.
Die Projektgelder können projektbezogen für Anschaffungen wie Material, Technik, Medien, Werkzeuge, für Ausflüge und Hospitationen, für externe Referenten etc. eingesetzt werden.