12.06.2017 · Aktuelles

Auf dem Weg zur Ganztagsschule

© dkjs/A. Weiland

Eindrücke aus dem Partizipationsworkshop

Das Ganztagsschulprogramm Ganztägig bilden der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) hat zum bundesweiten Austausch im Beratungsforum „Auf dem Weg zur guten Ganztagsschule“ eingeladen. Am 18. Mai trafen sich in Berlin rund 140 Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsverwaltung, aus Fort-, Aus- und Weiterbildung, aus der Ganztagschulpraxis und der Jugendhilfe. Diese Form der bundesweiten, professionsübergreifenden Vernetzung zur Ganztagsschulentwicklung des ist in Deutschland einzigartig. Das Veranstaltungsprogramm spiegelte die aktuellen Diskussionen, die in den Bundesländern geführt werden, wider, denn die Länder waren von Anfang an an der Konzeption beteiligt.

Non-linear denken und vernetzt handeln, um Qualität weiterzuentwickeln

Dass Qualitätsentwicklung ein brennendes Thema ist, zeigte der Wortwechsel zwischen Prof. Ursula Bertram von der Technischen Universität Dortmund und Prof. Dr. Uwe Schmidt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Erwartungssicherheit und klare Ziele sind das eine, so Uwe Schmidt, was Qualitätsentwicklung an Ganztagsschulen braucht. Das andere sind Möglichkeiten, zu neuen Lösungen zu kommen. Anders denken, vordenken und umdenken kann in Erfinderwerkstätten innerhalb der Organisation geübt werden, schlug Ursula Bertram vor. Uwe Schmidt ergänzte, dass die Vernetzung von Schulen mit anderen Schulen eine wichtige Rolle spielt, weil Vernetzungen hohes Irritationspotential bergen und Entwicklungen anregen können.

Die brennenden Themen der Ganztagsschulentwicklung

Wo steht die Qualitätsentwicklung der Ganztagsschule nach über 10 Jahren? Das diskutierte der Kreis aus Expertinnen und Experten im Round-Table mit Maike Schubert von der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster, Birgit Schröder vom Institut für Soziale Arbeit e.V. in Münster, Wolf Schwarz vom Hessischen Kultusministerium und Maren Wichmann von der DKJS. Vieles wurde bereits erreicht. Die Frage, ob die gebundene die bessere Ganztagsschule als die offene ist, stellt sich z.B. nicht mehr. Auf die Qualität der einzelnen Schule kommt es an. Die Schule von den Schülerinnen und Schülern zu denken und sich für den Sozialraum zu öffnen, ist weitgehend selbstverständlich geworden. „Was die Ganztagsschule derzeit beschäftigt, sind Fragen der multiprofessionellen Zusammenarbeit, der Weiterentwicklung individualisierten Lernens oder der sinnvollen Integration digitaler Medien in den Schulalltag“, erklärte Maren Wichmann.

Vernetzung in Beratungssalons

In vier Beratungssalons konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Inputs von Expertinnen und Experten anregen lassen und anschließend an Tischen Fragen vertiefen. Die Salons deckten die aktuellen Herausforderungen der Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen ab: Evaluation im Ganztag, den Umgang mit Qualitätskriterien und Qualitätsrahmen, Vielfalt und Bildungsgerechtigkeit sowie die Verzahnung und Zusammenarbeit mit Partnern.

Erfindungen und Partizipation in Workshops

Wie Vordenken und Neudenken geübt werden kann, probierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Erfinderwerkstatt aus, die von Judith Klein von der Technischen Universität Dortmund geleitet wurde. „Das hat neue Denkräume geöffnet“, so eine Teilnehmerin im Anschluss an den Workshop. Ansätze zur Partizipation von Schülerinnen und Schülern wurden im zweiten Workshop erkundet. Unter der Leitung von Sabine Huffmann von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin und Matthias Labisch von der DKJS konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von guten Beispielen lernen und Methoden der Partizipation selbst ausprobieren.  

Eine ausführliche Dokumentation des Beratungsforums ist nach und nach auf der Seite ganztaegig-lernen.de zu finden.

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