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„Zwei Ponys und ein Einhorn“

Kitaleiterin Claudia Gries über den Gewinn des Deutschen Kita-Preis

05.03.2026

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Bis zum 20. März läuft die Bewerbungsfrist für den Deutschen Kita-Preis 2026. Für ihre engagierte Arbeit im Bereich Inklusion wurde 2025 die Kita Unkel als „Kita des Jahres“ ausgezeichnet. Im Interview erzählt Leiterin Claudia Gries, was die Teilnahme ausgelöst hat – im Team, in der Öffentlichkeit und bei den Kindern.

 

Frau Gries, wie erinnern Sie den Moment der Preisverleihung?

 

Die Preisverleihung in Berlin war ein ganz besonderes Erlebnis – überhaupt dabei sein zu dürfen, war schon großartig. Dass wir dann tatsächlich gewinnen würden, damit haben wir ehrlich gesagt nicht gerechnet. Das war ein Moment, den wir erst einmal begreifen mussten.

 

Was hat der Bewerbungsprozess in Ihrer Einrichtung angestoßen oder verändert?

 

Die gesamte Bewerbungsphase war intensiv, aber unglaublich bereichernd. Besonders die Vor-Ort-Besuche und das Feedback zu unserer Arbeit haben uns viel bedeutet. Wir haben uns noch einmal sehr bewusst mit unserer Haltung, unserer Motivation und unserer Konzeption auseinandergesetzt. Das war fachlich anspruchsvoll, aber genau das hat uns weitergebracht.

 

Ihre Kita wurde insbesondere für ihr Engagement im Bereich Inklusion ausgezeichnet. Was hat sich seitdem verändert?

 

Mit der Auszeichnung ist viel öffentliches Interesse entstanden – fachlich wie auch politisch. Gerade das Thema Inklusion bewegt viele Menschen und polarisiert teilweise auch. Umso wichtiger ist es für uns, dass wir durch den Preis die Möglichkeit bekommen haben, unsere Perspektive sichtbar zu machen und gute Praxis in ein positives Licht zu rücken.

Wir merken bis heute, dass uns die Auszeichnung Rückenwind gibt. Sie bestärkt uns in unserem Weg – auch wenn dieser nicht immer der einfachste ist.

 

Wie hat Ihr Team die Zeit der Teilnahme erlebt?

 

Es war ein arbeitsintensives Jahr, das darf man nicht unterschätzen. Aber es war auch ein Jahr voller Emotionen. Der Prozess hat unser Team, die Eltern und die Kinder enger zusammengeschweißt.

Ein besonders bewegender Moment war unser gemeinsames Public Viewing während der Preisverleihung. Die Bilder und die Stimmung an diesem Tag – das gemeinsame Feiern für unsere Sache – wirken bis heute nach.

 

Und was haben eigentlich die Kinder zum Preis gesagt?

 

Die Kinder waren zu jeder Zeit in die Entscheidungsprozesse involviert. Unseren Sieg haben wir gemeinsam gefeiert. Selbstverständlich haben wir die Kinder auch im Vorfeld gefragt, was sie sich vom Preisgeld wünschen. Die Antworten waren: zwei Ponys und ein Einhorn.

 

Würden Sie anderen Einrichtungen empfehlen, sich zu bewerben?

 

Auf jeden Fall. Es ist viel Arbeit, aber jeder einzelne Schritt lohnt sich. Die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis, die fachliche Reflexion und die gemeinsamen Entwicklungsschritte sind unglaublich wertvoll – unabhängig davon, ob man am Ende ausgezeichnet wird oder nicht.

 

Die Bewerbungsphase für den Kita-Preis 2026 läuft. Kitas und Bündnisse können sich noch bis zum 20. März bewerben. Infos unter: Bewerbung – Deutscher Kita-Preis