„Wir wollen nicht nur bleiben – wir wollen Zukunft!“
Elke Büdenbender, Schirmherrin der DKJS, besuchte in dieser Woche gemeinsam mit der DKJS Projekte zur Demokratieförderung und Beteiligung in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
20.11.2025

© DKJS/Katja Knetschke
Wie können junge Menschen ihre Heimat mitgestalten? Welche Chancen brauchen sie, um in Ostdeutschland zu bleiben, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und sich in ihrem Wohnort wohl und gehört zu fühlen? Über diese Fragen sprachen Elke Büdenbender, Schirmherrin der DKJS, und die DKJS-Geschäftsführung Anne Rolvering und Frank Hinte, mit Jugendlichen aus drei Städten in Ostdeutschland.
„Wir sind eine Schule für alle“
Der Tag startete in der Heinrich Heine Gemeinschaftsschule in der Neustadt von Halle (Saale). Die Schule versteht sich als zentraler Ort im Stadtteil, der Personen zusammenbringt und allen Schüler:innen, unabhängig von sozialer Herkunft oder besonderen Förderbedarfen, die Chance auf einen guten Schulabschluss ermöglicht.
Der Rundgang, geführt von den zwei Schulsprecher:innen, führte die Gruppe in die Turnhalle, wo an diesem Morgen das Schulensemble und die Tischtennis-AG übten, den Schulgarten, Räume zum selbstorganisierten Lernen und zuletzt der Schulküche. Dort hatte Elke Büdenbender die Gelegenheit, beim Kochen mit den Jugendlichen des Schulrats ins Gespräch zu kommen. „Wir entscheiden hier mit – zum Beispiel gerade bei der neuen Hausordnung“, sagt die Schulsprecherin.
Die 900 Schüler:innen der Gemeinschaftsschule erhalten vielseitige Angebote während der Schulzeit, aber auch für die Freizeitgestaltung. „Ich finde es so wertvoll, dass hier Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen und Hintergründe ganz selbstverständlich zusammen und voneinander lernen“, sagt Elke Büdenbender beim Kochen.
„Diese Schule ist ein großartiges Beispiel dafür, wie gute Ganztagsbildung funktioniert. Durch echte Beteiligung, individuelle Lernangebote, hohe Vernetzung in den Sozialraum und motivierte Fachkräfte werden Jugendliche bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet.“
Anne Rolvering
Geschäftsführerin der DKJS
Spaziergang durch Limbach
Nach dem Mittagessen, bei dem die zuvor gekochte Suppe und Wraps serviert wurden, ging es weiter nach Limbach-Oberfrohna. Hier empfingen junge Engagierte des Projekts „Limbach für Alle“ die Reisegruppe im Bürgertreff „Eckpunkt“. Nach einer Vorstellungsrunde berichteten die jungen Menschen von ihren Erfahrungen in der Vereinsarbeit und ihrer Motivation.
„Ich engagiere mich hier, weil mir wichtig ist, dass sich die Stadt für alle gut anfühlt und niemand wegen seiner Herkunft ausgegrenzt wird. Das ist manchmal aber gar nicht so einfach.“
Gründungsmitglied des Vereins
Eine Kerngruppe von 15 jungen Menschen aus Limbach-Oberfrohna setzt sich in der Kreisstadt für eine offene Gesellschaft und Austausch ein. Ihre Projekte sind immer wieder von Vandalismus und Angriffen rechter Gruppierungen betroffen. „Wenn ich den Verein nicht gefunden hätte, wäre ich wahrscheinlich schon längst weggezogen“, sagt ein Jugendlicher während der Gesprächsrunde.
Abschluss in der Kulturhauptstadt Chemnitz
Auch in Chemnitz setzen sich junge Menschen dafür ein, ihre Städte und Orte attraktiver für die Jugend zu gestalten. „Wir müssen einfach als Gesellschaft wieder näher zusammenkommen“, betont ein Schüler im Gespräch mit Elke Büdenbender. In der Hartmannfabrik präsentieren er und vier weitere Jugendliche die zentralen Anliegen junger Menschen in Sachsen – Ergebnisse der OstVISION, einer von Jugendlichen organisierten Konferenz, die im Oktober stattfand. „Jetzt wollen wir wissen: Werden unsere Stimmen wirklich gehört?“, lautet das gemeinsame Fazit des Jugendteams zum Tagesende.
„Der Tag heute hat mir erneut gezeigt, wie bedeutend es ist, jungen Menschen zuzuhören und ihre Stimmen ernst zu nehmen. Es ist wichtig, sie darin zu bestärken, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie sind die Zukunft – und wir tragen Verantwortung, ihnen Perspektiven und Vertrauen zu geben.“
Elke Büdenbender
Schirmherrin der DKJS
Entlang der Stationen wurde deutlich: Die jungen Teilnehmenden wollen nicht nur „bleiben“, sondern aktiv Verantwortung übernehmen – für ihre Orte, ihre Schulen und ihre Zukunft. Dabei geht es um mehr als Infrastruktur: Es geht um Mitbestimmung, um Räume für Engagement und um das Gefühl, gehört zu werden.
Ihre Ansprechpersonen

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Peggy Eckert
Demokratiebildung
DKJS Sachsen
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© DKJS/Stefanie Loos
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Kooperation Schule – Jugendhilfe
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