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Wer die Zukunft gestalten will, muss jungen Menschen zuhören

15.09.2026

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Gerade in Zeiten politischer Umbrüche und bevorstehender Wahlen wird intensiv darüber diskutiert, wie Vertrauen in Demokratie und politische Institutionen gestärkt werden kann. Eine zentrale Antwort darauf wurde letzte Woche Berlin deutlich: Wer die Zukunft gestalten will, muss jungen Menschen zuhören.

 

Am vergangenen Donnerstag lud die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung in den Kreuzberger Innenhof der Berliner Geschäftsstelle zu „Hofgesprächen“ unter dem Motto „Junge Stimmen, starke Demokratie“ ein. Jugendliche und Akteur:innen aus Bildungspraxis, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um darüber zu sprechen, wie Beteiligung gelingen kann und was es braucht, damit junge Menschen echte Mitbestimmung erfahren.

Auf drei Bühnen unter den Überschriften „HIER“, „JETZT“ und „ZUKUNFT“ teilten Jugendliche und Personen aus der Bildungspraxis in Kurzimpulsen ihre Erfahrungen und Perspektiven. Deutlich wurde: Junge Menschen sind nicht die Demokratie von morgen. Sie sind Teil der Demokratie von heute.

 

„Zu jung, um mitzureden, aber alt genug, um damit zu leben“

 

Eindrucksvoll brachte dies Mohadesa, eine der Gewinner:innen des mehrsprachigen Redewettbewerbs Mehr Sprachen – mehr WIR, auf den Punkt. In ihrer Rede sagte sie: „Junge Menschen sind nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart. Eine Gegenwart, die sich engagiert, diskutiert und widerspricht und die mit den Entscheidungen, die heute getroffen werden, leben muss.“

Die Beiträge des Abends machten deutlich, dass Beteiligung keine Selbstverständlichkeit ist. Noch immer hängt sie stark davon ab, wo junge Menschen aufwachsen, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen und ob Erwachsene bereit sind, Verantwortung und Entscheidungsmacht zu teilen. Beteiligung ist damit auch eine Frage von Chancen und Gerechtigkeit.

 

Wenn Schüler:innen erleben, dass ihre Perspektiven zählen und tatsächlich Veränderungen bewirken, wird Demokratie konkret erfahrbar

 

Wie gelebte Mitbestimmung aussehen kann, zeigte Mandy Rauchfuß, Schulleiterin der Heinrich Heine Gemeinschaftsschule in Halle (Saale). In ihrem Impuls berichtete sie von den Erfahrungen an ihrer Schule und davon, wie Vertrauen in die Schüler:innen sowie eine starke Beteiligungskultur junge Menschen darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen.

 

Es braucht nicht nur Räume, um Meinungen zu äußern, sondern echte Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen

 

Auch die Berliner Schüler:innen Stella und Tim diskutierten gemeinsam mit Jennifer Rosin und Charlotte von VoiceUp! darüber, wie junge Menschen ihre Interessen sichtbar machen und politische Prozesse aktiv beeinflussen können. Welchen Effekt politische Entscheidungen ganz konkret auf die Lebenswelt junger Menschen haben können, machte Tim deutlich, der von Bauvorhaben berichtete, die seine Schule zukünftig stark verändern könnten.

 

„Unsere Stimmen sind laut. Und wir werden weiter laut sein“

 

Trotz aller Herausforderungen waren die Gespräche von Optimismus geprägt. Neben Sorgen und Frustration stand vor allem der Wille, sich einzumischen und Verantwortung zu übernehmen.

Auch abseits der Bühnen zeigte sich, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Jugendlichen und Entscheidungsträger:innen ist. Bei Essen, Getränken und angeregten Gesprächen entstanden neue Perspektiven, gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Ideen für eine demokratische Gesellschaft, die alle Generationen einbezieht.

Unser Fazit des Abends: Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt davon, dass Menschen erfahren, dass ihre Stimme zählt. Junge Menschen wollen heute mitgestalten, in der Schule, an ihrem Wohnort, in der Gesellschaft und in der Politik. Ihre Perspektiven sind kein Zusatz, sondern eine Voraussetzung für zukunftsfähige Entscheidungen. Wer die Zukunft gestalten will, muss jungen Menschen zuhören und bereit sein, Macht und Verantwortung zu teilen. Denn Demokratie braucht junge Stimmen.

 

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Mohadesa, eine der Gewinner:innen des mehrsprachigen Redewettbewerbs Mehr Sprachen – mehr WIR
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