Kitas sind Bildungsorte, aber keine Schulen.
Über Ungerechtigkeiten, Herausforderungen und die Potenziale frühkindlicher Bildung
06.01.2026

© dkjs/Jakob Erlenmeyer u. Nikolaus Götz
In Deutschland entscheidet vor allem die Herkunft über den Bildungserfolg von Kindern. Dieser Zusammenhang wird bereits in den ersten Lebensjahren wirksam und bestimmt schon früh, wie gut die Zukunftschancen junger Menschen sind. Laut Studien¹ entstehen etwa zwei Drittel der herkunftsbedingten Unterschiede in der Entwicklung von Kindern bereits vor der Einschulung.
Umso wichtiger ist es, dass alle Kinder Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung erhalten. Und dass sie in ihren Stärken, ihrem Können und ihrer Persönlichkeitsentwicklung von klein auf individuell gefördert werden, aber auch Gemeinschaft, Zusammenhalt und Anerkennung erleben können.
Nur wenige Menschen würden bestreiten, dass wir von diesem Ziel noch ein ganzes Stück entfernt sind. Weder erreichen wir vor allem die Kinder und Familien, die besonders vom Besuch einer Kita, eines Familienzentrums oder einer Kindertagespflege profitieren würden, noch stimmt die Qualität immer und überall.
Große Uneinigkeit dagegen herrscht darüber, was wir verändern müssen oder wie der richtige Weg aussieht. Die einen fordern eine Kitapflicht, eine verbindliche Vorschule, bundesweite Sprach- und Entwicklungstests inklusive Fördermaßnahmen und eine stärkere Fokussierung auf Kompetenzen für die Schule. Die anderen drängen auf bessere Rahmenbedingungen, verweisen auf den ganzheitlichen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag von Kitas und betonen die Stärken einer kindorientierten, alltagsintegrierten und inklusiven Frühpädagogik. Die Gräben zwischen beiden Lagern werden tiefer, der Ton wird rauer und ein Dialog zunehmend schwieriger.
In diesem Themenjournal gehen wir der Frage nach, wie gerecht oder ungerecht die Zugangs- und Teilhabechancen in der frühen Bildung verteilt sind. Wir zeigen, unter welchen Prämissen sich Investitionen in frühe Bildung auszahlen, warum eine gezielte Unterstützung von Startchancen-Kitas in belasteten Sozialräumen wichtig ist und welche Ansätze vor Ort funktionieren. Andreas Knoke-Wentorf sprach mit dem Frühpädagogen Professor Peter Cloos über den Auftrag von Kitas und warum diese zwar Bildungsorte, aber keine Schule sind. Und wir schauen aus Sicht von Kindern, was für sie gute Kitaqualität ausmacht.
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K A P I T E L 1
Startchancen-Kitas:
Ungleiches ungleich behandeln
Mehr Chancengerechtigkeit lautet eines der großen Versprechen der Bildungspolitik. Denn in kaum einem westlichen Industrieland sind die soziale Herkunft und der Bildungserfolg junger Menschen so eng miteinander verknüpft wie in Deutschland. Das 2024 von Bund und Ländern auf den Weg gebrachte Startchancen-Programm für Schulen gilt als wichtiger Meilenstein, um diesen Zusammenhang zu durchbrechen. Ob das wirklich gelingt, werden die kommenden Jahre zeigen.
Zwei wichtige Voraussetzungen, um das Ziel zu erreichen, scheinen jedoch erfüllt: Die insgesamt 20 Milliarden Euro werden nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern gezielt in 4.000 Schulen investiert, an denen der Anteil sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher besonders hoch ist. Und die Bundesregierung hat in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag 2025 eine Ausweitung angekündigt: Sie will auch Startchancen-Kitas in besonders belasteten Sozialräumen unterstützen.
Heckmans Prämissen nicht vergessen
Dass Investitionen in frühe Bildung einen besonders hohen gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Nutzen versprechen, zeigen die Arbeiten des Ökonoms und Nobelpreisträgers James Heckman. Die nach ihm benannte Heckman-Kurve veranschaulicht sehr eindrucksvoll, wie der „Return on Investment“ steigt, je früher Geld in Bildung investiert wird. Gleichzeitig nennt er drei wichtige Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit dieser Effekt eintritt. Diese werden oft vergessen, wenn gesagt wird, jeder in frühe Bildung investierte Euro würde sich vervielfachen. Eine hohe Rendite entsteht nur unter folgenden Voraussetzungen²:
- Die Investitionen richten sich gezielt an Kinder, die in Armut bzw. in Risikolagen aufwachsen.
- Unterstützungsangebote sind nur dann erfolgreich, wenn auch die Familien einbezogen werden.
- Langfristig positive Folgen hat vor allem die Förderung sozial-emotional Kompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, Empathie oder Selbstregulation.
Heckmans Erkenntnisse können und sollten auch bei der Unterstützung von Startchancen-Kitas berücksichtigt werden. Konkret bedeutet das:
- Die Unterstützung muss Einrichtungen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder erreichen. Denn gerade diese Kitas stehen nicht nur im Alltag vor großen Herausforderungen, sondern sie haben auch mit strukturellen Nachteilen wie Personalmangel, größeren Gruppen und schlechterer Ausstattung zu kämpfen.⁴
- Ein besonderer Fokus sollte auf Ansätzen liegen, die sich an Kinder und Eltern gleichermaßen richten. Dazu gehören z. B. Kita-Sozialarbeit, der Ausbau und die Weiterentwicklung von Familienzentren oder die Ansprache und Unterstützung für alle Familien im Sozialraum.
- Und nicht zuletzt sollten an den Startchancen-Kitas Förderangebote geschaffen werden, die den ganzheitlichen Bildungsauftrag von Kitas stärken und die sozio-emotionale Kompetenzentwicklung von Kindern fördern.⁵
Wie eine solche Unterstützung in der Praxis aussehen kann, zeigt unsere Reportage aus einer Kita, die in einem herausfordernden Hochhausquartier in Berlin-Spandau liegt. In der Kita StaakenBär lernen Kinder Selbstständigkeit und Gemeinschaft. Und ihre Familien finden Unterstützung, Rat und Vertrauen. Die Kita ist Teil eines Bündnisses für frühe Förderung, das 2020 zu den Preisträgern des Deutschen Kita-Preises gehörte. Das Videoporträt oben entstand in einer weiteren Kita dieses Bündnisses. Fünf Jahre später werfen wir einen Blick in Lernräume zwischen Hausschuhen, Frühstücksbuffet und Kita-Sozialarbeit.
K A P I T E L 2
Ungerechte Kitazugänge:
Kinder haften für ihre Eltern
Von den Vorteilen einer guten Kindertagesbetreuung profitieren Eltern und vor allem Kinder nur dann, wenn sie auch eine Kita oder die Kindertagespflege besuchen. Seit 2013 gibt es in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Er gilt unabhängig davon, ob Eltern arbeiten, welches Einkommen sie haben oder welche Sprache sie sprechen. Dennoch entscheiden diese und andere familiäre Aspekte in Deutschland immer noch stark mit darüber, ob und in welchem Alter Kinder tatsächlich für eine Kita angemeldet werden, einen Platz erhalten und wie gut sie gefördert werden.
Im Interview spricht Judith Strohm, Expertin für Vielfalt und Diversität in der DKJS, über Barrieren und Ungerechtigkeiten beim Zugang zur Kindertagesbetreuung und die Frage, ob der demografische Wandel oder eine Kitapflicht das Problem lösen können. Für eine Bedarfserhebung der DKJS hat sie nicht nur aktuelle Zahlen und Studien recherchiert, sondern mit elf Menschen in Nordrhein-Westfalen gesprochen, die in verschiedenen Kommunen für die Organisation und Verwaltung der Kitaangebote verantwortlich sind.
„Kinder, deren Eltern nicht arbeiten, gehen oft leer aus.“
Judith Strohm, DKJS-Expertin
Besonders interessiert hat dich die Frage, ob es Kriterien für die Kitaplatzvergabe gibt, durch die bestimmte Kinder und Familien benachteiligt werden. Was waren wichtige Erkenntnisse?
Judith Strohm: Unser Ausgangspunkt war die Tatsache, dass Kinder aus Familien mit bestimmten Merkmalen im Durchschnitt seltener eine Kita besuchen als andere. Wir wollten wissen, wie Kitaplätze vergeben werden und ob es Strukturen oder Prozesse gibt, die zu einer herkunftsbedingten Benachteiligung führen. Wo die Nachfrage nach Kitaplätzen größer ist als das Angebot, spielt beispielsweise die Erwerbstätigkeit der Eltern eine entscheidende Rolle. Das bedeutet: Kinder, deren Eltern nicht arbeiten, gehen oft leer aus. Das ist ungerecht, denn der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gilt unabhängig vom Erwerbsstatus der Eltern.

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Was führt noch dazu, dass Kindern Kitatüren verschlossen bleiben?
Die Betreuungsquoten sehr unterschiedlich. Bundesweit sind sie bei Familien mit Migrationshintergrund, mit nicht-deutscher Familiensprache und von Armut betroffenen Eltern deutlich geringer.
Aber anders als populistische Kurzschlüsse uns glauben machen wollen, liegt das nicht am fehlenden Willen bestimmter Elterngruppen. Der Bedarf oder Wunsch, dass das eigene Kind eine Kita besucht, ist über alle sozialen Gruppen hinweg ähnlich groß.⁶ Egal, ob es eine alleinerziehende erwerbslose Mutter ist, eine Familie mit Fluchtgeschichte, die Doppelverdiener in Schichtarbeit oder die Akademikerfamilie. Trotzdem entscheidet vielerorts die Herkunft über Zugangschancen, und es entsteht schon an einem sehr frühen Punkt im Leben von Kindern Bildungsungerechtigkeit. Also trotz 1.000 guter Gründe – keine Chance auf einen Kitaplatz, könnte man sagen.
Stimmt es, dass in der Folge gerade die Kinder seltener in die Kita gehen, die besonders davon profitieren würden?
Ja, denn eine Kita sichert ja nicht nur Betreuung. Kinder erleben dort Dinge, mit denen sie zuhause vielleicht kaum Kontakt haben, wie Bücher, Instrumente, Bastel-, Spiel- und Lernsachen. Sie erleben sich in einer Gruppe, lernen ein soziales Miteinander und Gemeinschaft kennen. Sie üben die deutsche Sprache spielerisch und ohne Druck. Und es gibt die Möglichkeit über die Kita besondere Unterstützung zu erhalten: Kultur-, Bewegungs-, Sprachförderung bis hin zu Beratungsangeboten für Eltern in Familienzentren.
Was sind Gründe für die ungleichen Zugangschancen?
Ein Hauptgrund war und ist der Kitaplatzmangel. Wenn es überhaupt übergreifende Vergabekriterien gibt, dann werden Aspekte wie die Erwerbstätigkeit der Eltern herangezogen. Und nicht überall ist die Teilnahme an einem Sprachkurs, einer Fördermaßnahme oder einer Fortbildung der Erwerbstätigkeit gleichgestellt.
Hinzu kommt, dass viele Kommunen das Risiko höher einschätzen, von Eltern mit akademischem Hintergrund auf einen Kitaplatz verklagt zu werden als etwa von Familien, die von Armut betroffen sind. Durch die Erstattung von Verdienstausfällen würden den Kommunen hohe Kosten entstehen, die sie natürlich vermeiden möchten. Auch das verstärkt die Ungleichheit.
Wird der Rückgang der Geburtenzahlen das Problem lösen?
Nein, einen solchen Automatismus sehe ich nicht. Denn auch in Kommunen, in denen es keinen Mangel gibt, sind die Chancen auf einen Kitaplatz ungleich verteilt. Der Grund dafür sind Zugangshürden, die für einige Familien höher sind als für andere. Etwa dann, wenn Informationen über Kitasystem und Anmeldeverfahren aufgrund von Sprachbarrieren nicht allen Eltern gleichermaßen zugänglich sind.
Auch der Wohnort und die Mobilität spielen eine große Rolle. So kann es sein, dass in einem Stadtteil Familien auf langen Wartelisten stehen und im benachbarten Stadtteil fehlen Kinder und man denkt über die Schließung von Kitas nach. Eltern mit den entsprechenden Ressourcen schaffen es vielleicht, ihr Kind in eine entferntere Einrichtung zu bringen. Eine alleinerziehende Mutter oder Familie mit Fluchterfahrung aber unter Umständen nicht.
Und welche Lösungsansätze verfolgen die Kommunen?
Die Grafik ist angelehnt an die Darstellung in „Frühe Ungleichheiten – Zugang zu Kindertagesbetreuung aus bildungs- und gleichstellungspolitischer Perspektive“⁶ und fußt auf den Daten der Kinderbetreuungsstudie (KiBS) 2018–2020 des DJI.
K A P I T E L 3
Qualität und gute Bildung von Anfang an: Kitas sind Bildungsorte, aber keine Schulen.
Zu viele Kinder können am Ende der vierten Klasse nicht ausreichend gut lesen, schreiben und rechnen. Dieser Befund nationaler und internationaler Vergleichsstudien hat nicht nur eine Diskussion über Schulen befeuert, sondern auch darüber, ob denn Kitas ihrem Bildungsauftrag gerecht werden und wie gut die Qualität frühkindlicher Bildung in Deutschland ist.
„In jeder Kita findet Bildung statt. Nur das sieht natürlich anders aus als in der Schule.“
Andreas Knoke-Wentorf
DKJS-Experte
Unser DKJS-Experte für frühe Bildung Andreas Knoke-Wentorf sprach mit dem Frühpädagogen Professor Peter Cloos von der Universität Hildesheim über Kitas als Orte der Bildung, Betreuung und Erziehung. Beide verbindet die Sorge, dass im Zuge einer stark schulisch geprägten Kompetenzdebatte das besondere Profil und die Stärken frühkindlicher Bildung aus dem Blick geraten könnten. Und dass zentrale Bedürfnisse von Kindern dieses Alters zu kurz kommen: Spiel, Entdeckungsfreude, Ausdruck, Anerkennung, Beziehung und Teilhabe.
„In jeder Kita findet in der Regel viel Bildung statt. Nur das sieht natürlich anders aus als in der Schule“, betont Knoke-Wentorf. In der Kita StaakenBär aus unserer Reportage beispielsweise so: Dort gibt es ein Traumzelt, in das Kinder kommen, weil sie vielleicht einen Ruhepol suchen oder sich in ein Kissen kuscheln möchten. Dabei lernen sie wichtige Dinge, zum Beispiel sich zu beruhigen oder konzentriert Geschichten zuzuhören. Beim Lauschen entdecken sie neue Wörter oder werden herausgefordert, sich selbst etwas vorzustellen oder auszudenken.
„Bildung beginnt mit Beziehung. Kitas sind Orte des Spiels, der Kultur, des Staunens. Das ist kein Mangel, sondern ein Wert.“
Prof. Dr. Peter Cloos
Universität Hildesheim
Für den Frühpädagogen Professor Peter Cloos beginnt der Bildungsauftrag der Kita mit der Frage: „Wie wollen wir, dass Kinder jetzt und in Zukunft leben?“ Es geht, so Cloos, immer darum, Kindern ein gutes Aufwachsen im Hier und Heute zu ermöglichen und gleichzeitig die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sie die Kompetenzen und Fähigkeiten erwerben, die sie für eine gelingende Zukunft benötigen.
Frühkindliche Bildung bedeutet dabei weit mehr als die Förderung sogenannter Basis- oder Vorläuferkompetenzen. Der Kitaauftrag umfasst Bildung, Betreuung, Erziehung sowie das Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung. Für Cloos ist zentral: „Bildung beginnt mit Beziehung. Kitas sind Orte des Spiels, der Kultur, des Staunens. Das ist kein Mangel, sondern ein Wert.“
Das vollständige Interview können Sie hier lesen.
Sicht der Kinder
Der Diskurs über gute Qualität in der Kita wird häufig nur von Erwachsenen geführt. Dabei wissen auch junge Kinder sehr genau, was ihnen in der Kita besonders gefällt, was sie stärkt und was bzw. wen sie brauchen, damit sie sich wohlfühlen und zusammen mit anderen spielen, lernen und die Welt erkunden können.
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Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gab daher 2017 die Erkundungsstudie „Qualität aus Kindersicht“ in Auftrag, die durch das DESI-Institut von einem Team unter Leitung von Professorin Iris Nentwig-Gesemann durchgeführt wurde. Dort wurden 10 Qualitätskriterien entwickelt, die Erwartungen an eine gute Kita aus Kindersicht formuliert.
- Kinder wollen magische Momente erleben.
- Kinder wollen über sich selbst bestimmen.
- Kinder wollen sich beteiligen und (mit-)entscheiden.
- Kinder wollen erfahren, dass sie etwas können.
- Kinder wollen die Welt um sich herum verstehen.
- Kinder wollen sich bewegen und ihren Körper ausprobieren.
- Kinder wollen sich an ihren unterschiedlichen Lebensorten auskennen.
- Kinder wollen Gemeinschaft und Zusammenhalt erleben.
- Kinder wollen ungestört spielen.
- Kinder wollen anerkannt werden – so individuell wie sie sind.
Die Frage „Was gefällt dir am besten an deiner Kita?“ haben wir auch Vier- und Fünfjährigen gestellt, die eine Finalistenkita des Deutschen Kita-Preises besuchen. Das waren ihre Antworten:
Aktuelle Programme
& Projekte der DKJS
Unsere Empfehlung an die Bildungspolitik:
Wirksame Bildungsinvestitionen von Anfang an
Investitionen in die Qualität von Kitas und in die gezielte Unterstützung von Kindern, die in Risikolagen aufwachsen, sind die besten Bildungsinvestitionen. Denn in Deutschland ist Bildungserfolg zu eng mit der Herkunft verknüpft. Herkunftsbedingte Ungleichheiten entstehen schon in den ersten Lebensjahren und bleiben über die gesamte Biografie erhalten. Um die Gerechtigkeit, Integrations- und Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems zu verbessern, ist es deshalb wichtig, alle Kinder und ihre Familien möglichst früh zu erreichen und zu fördern.
Wir empfehlen, dass Bund und Länder den gemeinsamen Qualitätsprozess fortführen und das Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG) weiterentwickeln sowie dauerhaft verankern. Gleichzeitig bedarf es einer gezielten Förderung für Kitas in schwierigen Lagen. Konkret sollten diese mehr Personal und finanzielle Mittel erhalten, um zusätzliche Angebote zur Sprach- und Kompetenzförderung zu schaffen, Kooperationen im Sozialraum und mit Grundschulen auszubauen, Kitasozialarbeit zu etablieren, familienorientiert zu arbeiten und die Elternverantwortung zu stärken.
Zum aktuellen DKJS-Positionspapier (PDF)
Policy Paper: Zugangs- und Teilhabechancen für Kinder in der frühkindlichen Bildung verbessern (PDF)
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Links und Downloads
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www.deutscher-kita-preis.de
Das Portal vom Deutschen Kita-Preis mit Informationen zu den Qualitätsdimensionen guter Kitas und vielen Beispielen ausgezeichneter Kitaarbeit aus allen Bundesländern
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Toolbox "Starke Leitung - Starke Kita"
Mit der Toolbox "Starke Leitung - Starke Kita" können pädagogische Fachkräfte wirksame Veränderungsprozesse im Team anstoßen und sich dabei von Tipps und Beispielen aus der Kita-Praxis inspirieren lassen. Dabei auch das digitale Lernangebot Starke Kita-MOOC.
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Bundesforum Familienzentren
Familienzentren sind Orte, die in einem sozialen Umfeld passgenaue, unterstützende und bildungsförderliche Angebote für Kinder und ihre Familien bündeln.
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Empfehlungen des Bundesforums Familienzentren
pdf 231,41 KB -
Armutsprävention im Spiegel kommunaler Bildungslandschaften
Themendossier der Transferagentur für Großstädte
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Deutsches Kita-Symposium 2026
4. bis 5. Mai 2026 in Berlin zum Thema: Gerechte Zugänge zur frühen Bildung, Betreuung und Erziehung
Ansprechpartner

© DKJS/Stefanie Loos
Andreas Knoke-Wentorf
Kita & Frühe Bildung
DKJS Geschäftsstelle
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
+49 (0)30 25 76 76 26
andreas.knoke@dkjs.de

© DKJS/Stefanie Loos
Jens Hoffsommer
Kita & Frühe Bildung
DKJS Sachsen
Bautzner Str. 22 HH
01099 Dresden
+49 (0)351 32 01 56 41
jens.hoffsommer@dkjs.de
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¹ Jan Skopek, Giampiero Passaretta, Socioeconomic Inequality in Children’s Achievement from Infancy to Adolescence: The Case of Germany, Social Forces, Volume 100, Issue 1, September 2021, Pages 86–112, https://doi.org/10.1093/sf/soaa093
² Frühförderung: „Auf die Familie kommt es an“ | DIE ZEIT
Vergleiche auch Heckman, James J. (2006). „Catch ‚em Young: Investing in Disadvantaged Young Children is Both Fair and Efficient.“ Wall Street Journal, January 10, A14. Sowie Perry Preschool Project – Center for the Economics of Human Development³ https://heckmanequation.org/wp-content/uploads/2020/06/F_Heckman_Sharegraphic_ROIChart_2019-1.jpg sowie Interview mit James J. Heckman in DIE ZEIT „Frühförderung: Auf die Familie kommt es an“ https://www.zeit.de/2013/26/fruehfoerderung-james-heckman Vergleiche auch Heckman, James J. (2006). „Catch ‚em Young: Investing in Disadvantaged Young Children is Both Fair and Efficient.“ Wall Street Journal, January 10, A14. Papers on Early Childhood Research und Perry Preschool Project – Center for the Economics of Human Development, alle abgerufen am 19.11.2025
⁴ vgl. FES diskurs „Kitas zweiter Klasse“ Studie zu Mehrfachbelastungen von Kitas mit Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien
⁵ vgl. Kapitel 2: Zugänge
⁷ Quellen: Nentwig-Gesemann, I.; Walther, B. & Thedinga, M. (2017). Qualität aus Kindersicht – Die Quaki-Studie. Abschlussbericht. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung & Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (Hrsg.). Berlin [online: https://www.dkjs.de/wp-content/uploads/2024/09/171026_quaki_abschlussbericht_web.pdf]
und Valeska Pannier · Sophia Karwinkel (Hrsg.): Was Kinder wollen und warum wir darauf hören sollten. Argumente und Anregungen für eine kindorientierte frühe Bildung. verlag das netz. Weimar 2018. -
Herausgeberin: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, 2025
Redaktion: Jens Hoffsommer, Sarah Kabel, Sabine Käferstein, Andreas Knoke
Mitarbeit: Lena Fiedler, Carlotta Weyhenmeyer
Wir danken der Kita StaakenBär, Peter Cloos und Judith Strohm für die Gespräche bzw. die Beratung.
Digitale Umsetzung & Grafik: Louay Sayem-Edaher | dynalog















