Menschen und Geschichten

Tobias entdeckt seine Stärken

Wie findet man heraus, welcher Beruf zu einem passt? Klar ist, um sich entscheiden zu können, muss man Verschiedenes ausprobieren – auch das hat Tobias im futOUR-Camp gelernt.

Ein Junge schreibt auf einem Block

© DKJS

Schon in der dritten Klasse war Tobias der Chef eines kleinen Kiosks. Gemeinsam mit den anderen Kindern seiner Klasse verkaufte er Spielzeugautos, Süßigkeiten und belegte Brötchen. „Die Preise haben wir alle selber gemacht – da muss man gut überlegen“, erzählt er. Schließlich darf die Ware nicht zu teuer sein, ein wenig daran verdienen muss man aber doch.

Auf die Idee, diese Erfahrungen für seine spätere Berufswahl zu nutzen, ist Tobi nicht gekommen. Vielleicht Erzieher, dachte er – warum, kann er aber nicht erklären, denn eigentlich hat er mit Kindern nicht so viel am Hut. So wie Tobias geht es vielen Jugendlichen: Plötzlich ist die Schule vorbei, und sie stehen vor der Herausforderung, den richtigen Beruf auszuwählen. Das ist gar nicht so einfach. Woher weiß man, was man gut kann und was Spaß macht?

Die eigenen Stärken erkennen und nutzen

Bei futOUR lernen die Jugendlichen spielerisch, ihre Stärken zu erkennen. Kann ich gut mit Menschen umgehen, bin ich vorsichtig, hilfsbereit oder kann ich andere motivieren? In einer Camp-Rallye transportieren sie zum Beispiel gemeinsam ein volles Wasserglas auf einer Decke oder balancieren als Gruppe auf möglichst wenigen Stühlen. Da ist Teamgeist gefragt.

„Die Schülerinnen und Schüler merken intuitiv, ob sie mit den Situationen umgehen können“, erklärt Campleiter Andreas. In einer späteren Analyse lassen sich daraus dann konkrete Fähigkeiten ermitteln: Während der Eine vielleicht die Koordination übernimmt, ist der Zweite hilfsbereit, und eine Dritte der ruhende Pol, der alles zusammenhält.

Minipraktika und berufspraktische Workshops

„Mit Geschäftsbetrieb kenn ich mich aus und in Mathe habe ich eine Eins, das macht mir Spaß“, versichert Tobias, während er nebenbei die Vorzüge verschiedener Duschkabinen erläutert. Für einen Tag schnuppert der Schüler heute in den Arbeitsalltag eines Baumarktes. Verkäufer zu werden, könnte er sich jetzt gut vorstellen oder Eventmanager. Diesen Beruf hat er gestern in einem praktischen Workshop kennengelernt und ist ganz begeistert.

Zukunft – Wie komm‘ ich dahin?

Zum Abschluss des Camps führen die Jugendlichen ihre Erfahrungen aus den verschiedenen Spielen, Praktika und Workshops zusammen. Gemeinsam mit den Teamern entwerfen und planen sie ihre Zukunft: Wie stell‘ ich mir mein Leben vor? Und wie komm‘ ich dahin?

Tobias weiß, was er kann. Er hat neue Berufe kennengelernt und gesehen, wie er seine Stärken einsetzen kann. Das im nächsten Schuljahr anstehende Praktikum macht er wahrscheinlich aber doch in einer Kita – wer weiß, vielleicht kann er auch hier seine Stärken einbringen. Um sich entscheiden zu können, muss man Verschiedenes ausprobieren – auch das hat Tobias im futOUR-Camp gelernt.

Für Minipraktika und Workshops mussten sich die Schülerinnen und Schüler richtig bewerben, denn – wie Andreas erklärt – seine Stärken und Ziele zu formulieren, ist nicht einfach. Aber auf jeden Fall eine Fähigkeit, die den Jugendlichen später helfen wird, sich in der Berufswelt zurechtzufinden.

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