Pressemitteilung

Was sich Berliner Jugendliche von ihren Ganztagsschulen wünschen

24.06.2026

Berlin

Berlin, 24.06.2026: Beim 2. Berliner Schüler:innenkongress treffen sich heute rund 40 Schüler:innen aus Integrierten Sekundarschulen und Gesamtschulen, um ihre Sicht auf Ganztagsschule zusammen zu erarbeiten und der Öffentlichkeit sowie Bildungsstaatssekretärin Christina Henke vorzustellen. Ziel des Treffens unter dem Motto „So sieht´s aus! Unser Blick auf Ganztagsschule“ ist es, Wünsche und Ideen der Schüler:innen stärker in die Weiterentwicklung der Ganztagsschule im Land Berlin einfließen zu lassen.

Beim ersten Schüler:innenkongress 2023 kamen Kinder aus Berliner Grundschulen auf dem Tempelhofer Feld zusammen. Heute treffen sich im Jungen Tanzhaus Neukölln Jugendliche aus weiterführenden Schulen, um gemeinsam herauszuarbeiten, was ihnen bei der Gestaltung ihrer Ganztagsschulen wichtig ist.

Alle jungen Teilnehmenden aus Klasse 7 bis 10 engagieren sich in der Schülervertretung und bringen bereits im Vorfeld gesammelte Stimmen ihrer Mitschüler:innen mit. Als Audiocollage und Post-it fließen diese in die fünf Workshops ein, wo während des Kongresses kreativ, ergebnisoffen und schulübergreifend zu wichtigen Themen an der Ganztagsschule wie Zeit, Raum, Bildungselementen und Mitbestimmung gearbeitet wird. Zusätzlich gibt es einen Workshop für die erwachsenen Begleitkräfte aus den Schulen. Bei der Präsentation der Ergebnisse am Ende des Kongresstages sind Bildungsstaatssekretärin Christina Henke und Annekathrin Schmidt, Standortleiterin der DKJS Berlin, dabei.

Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung: „Hier stehen heute die Schülerinnen und Schüler der Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen im Mittelpunkt. Denn wer könnte besser sagen, was eine gute Ganztagsschule ausmacht, als diejenigen, die sie jeden Tag erleben? Schule ist mehr als Unterricht. Sie ist Lernort, Treffpunkt, manchmal Bühne, manchmal Rückzugsort – und vor allem ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Tages verbringen. Die einen begeistern sich für Robotik oder Schach, andere für Musik, Breakdance, Sport oder die Mitarbeit in einer Schülerfirma. Eine gute Ganztagsschule muss deshalb Raum für ganz unterschiedliche Begabungen und Interessen bieten. Deshalb ist es wichtig, dass die Ideen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler gehört werden.“

„Schüler:innen kennen ihre Ganztagsschule wie kaum jemand anderes. Sie wissen oft sehr gut, was sie zum Lernen brauchen und haben jede Menge guter Ideen. Und dort, wo sich Jugendliche mit ihren Bedürfnissen willkommen und wohl fühlen, gelingt auch das Lernen besser. Beteiligung schafft Gerngehschulen“, betont Annekathrin Schmidt, Standortleiterin der DKJS in Berlin.

„Ich finde gut, dass ich mir selbstständig meine Fünfminuten-Pause in der Stunde aussuchen kann“, erklärt ein Schüler aus Marzahn-Hellersdorf in den Audio-Snippets, die für den Kongress vorab in den Schulen eingesammelt wurden. Ein anderer findet es klasse, dass man an seiner Schule selbstständig AGs gründen kann. Viele Jugendliche wünschen sich, dass es an ihren Ganztagsschulen auch mehr solcher Momente der Selbstbestimmung gibt und dass ihre Interessen und Themen einen Platz finden.

Nach dem Kongress werden alle Stimmen der Schüler:innen gesammelt und die Ergebnisse von der Serviceagentur Ganztag Berlin aufbereitet. Sie fließen in die Weiterentwicklung Berliner Ganztagsschulen ein.

 

Berlin ist seit 20 Jahren Ganztagsschulland

 

2005/2006 startete der Ausbau der Grundschulen, 2010 der Ausbau der weiterführenden Schulen zu Ganztagsschulen. Heute ist sie in Berlin die Regelschulform. Alle öffentlichen Grundschulen, Integrierten Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen und Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt sind Ganztagsschulen. Darüber hinaus bietet ein Drittel der Gymnasien ganztägiges Lernen an. Berlin gehört im Bundesvergleich zu den Vorreitern beim Lernen über den ganzen Tag. Durch den nahezu flächendeckenden Ausbau bietet Berlin quantitativ sehr gute Betreuungsbedingungen im Vergleich zu anderen Bundesländern. Im Rahmen einer berlinweiten Qualitätsoffensive wird aktuell in die konkrete Gestaltungsqualität des ganztägigen Lernens investiert.

Der Berliner Schüler:innenkongress ist eine gemeinsame Veranstaltung der Serviceagentur Ganztag Berlin mit den DKJS-Programmen Kulturagenten für kreative Schulen Berlin und proRespekt – gewaltfreie Schulen demokratisch gestalten. Der Kongress wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Mit ihren Programmen und Projekten stößt die DKJS gemeinsam mit Partner:innen aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Veränderungsprozesse an. www.dkjs.de

Pressefotos im Laufe des Veranstaltungstages hier: https://dkjs.canto.global/b/KREUT
Bildnachweis: „DKJS/Claudia Bull“.
Für Interviews vermitteln wir Ihnen gern den Kontakt zu Jugendlichen, die sich dazu bereit erklärt haben und von denen Fotoeinwilligungen vorliegen.

 

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