Wahlstarter:innen vernetzen sich in Vorbereitung der Landtagswahlen 2027
04.03.2026
Saarbrücken
Saarbrücken, 04.03.2026: Wahlstarter:innen entwickeln beim Ideenmarkt im Ministerium für Bildung und Kultur ihre Demokratieprojekte zur Landtagswahl 2027 weiter – Bildungsministerin würdigt Engagement.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der dreitägigen Wahlstarter:innen-Ausbildung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Herbst 2025 kamen am 4. März alle saarländischen Wahlstarter:innen zu einem großen Ideenmarkt im Ministerium für Bildung und Kultur zusammen. Dort präsentierten die Jugendlichen einander ihre Ideen für die Demokratieprojekte, entwickelten sie weiter und tauschten Erfahrungen und Tipps aus.
Bildungsministerin Streichert-Clivot: „Aktuelle Studien zeigen: Junge Menschen sind politisch interessiert, doch der Weg zur Wahl ist für viele mit Hürden verbunden – beim Zugang, beim Verständnis von Abläufen, bei der Motivation und bei der Frage, ob die eigene Stimme tatsächlich etwas bewirkt. Genau hier setzen die Wahlstarter:innen an. Sie schaffen Orientierung, erklären, wie Wahlen funktionieren, und eröffnen Räume für Diskussion und Mitgestaltung auf Augenhöhe. Indem Jugendliche selbst Projekte entwickeln und Verantwortung übernehmen, erleben sie politische Selbstwirksamkeit ganz konkret. Das stärkt nicht nur ihre Bereitschaft zur Wahlteilnahme, sondern auch ihr Vertrauen in demokratische Prozesse insgesamt.“
14 Schulen – 14 Demokratieprojekte für das Saarland
„Demokratie lernt man nicht im Lehrbuch, sondern indem man sie gestaltet. Mit unserem Peer-Ansatz übernehmen junge Menschen selbst Verantwortung und entwickeln eigene Projekte zur Landtagswahl 2027. So erleben sie politische Selbstwirksamkeit ganz konkret mit ihren Mitschüler:innen vor Ort. Die Vielfalt der 14 Schulprojekte macht sichtbar, wie kreativ, kritisch und engagiert Jugendliche Demokratie heute denken und umsetzen“, betont Julia Schneider, Standortleiterin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Rheinland-Pfalz und Saarland.
Eine Schüler:innengruppe der Gemeinschaftsschule Nohfelden/Nonnweiler „Türkismühle“ plant beispielsweise einen lebendigen Politiktalk, bei dem lokale Politiker:innen zu zentralen Themen eingeladen werden. In moderierten Gesprächsrunden möchten die Jugendlichen direkte Begegnungen schaffen, Fragen aus ihrer Lebenswelt stellen und politische Entscheidungsprozesse verständlich machen.
Auch die Gemeinschaftsschule Saarlouis „In den Fliesen“ setzt auf neue Zugänge zur Demokratie: Mit ihrem „Demokratie-Cup“ verbinden die Schüler:innen Sport und politische Bildung, indem sie ein Fußballturnier organisieren, bei dem Vertreter:innen der Lokalpolitik als Team-Pat:innen eingebunden werden.
Die Gemeinschaftsschule Schwalbach entwickelt mit ihrem Projekt „ready2vote“ ein kreatives Social-Media-Format, das politische Bildung gezielt an die Lebenswelt junger Menschen anknüpft. Die Schüler:innen erstellen Memes, Reels und kurze Videos rund um die Themen „Demokratie und Wahlen“. Dabei greifen sie typische Vorurteile und Missverständnisse über Wahlen auf, benennen und entkräften diese und räumen mit Mythen sowie Fake News auf.
„Ich fand es total beeindruckend, wie viele engagierte junge Menschen heute dabei waren“, sagt einer der teilnehmenden Wahlstarter.
Eine weitere Teilnehmerin ergänzt: „Die vielen Ideen der anderen fand ich super! Man merkt, dass jede Gruppe ihren eigenen kreativen Zugang zu Demokratie hat.“
Wie Schulen Demokratie leben: Impulse, Vernetzung und neue Demokratieprojekte
Der Ideenmarkt bot ein gezieltes Austauschformat für Lehrkräfte, die bereits Schülergruppen im Programm begleiten oder künftig am Programm mit einem Schulprojekt „Dein Saarland – Deine Zukunft – Deine Wahl“ teilnehmen möchten. Das Programm unterstützt Schulen dabei, demokratische Beteiligung erlebbar zu machen und politische Bildung praxisnah in den Schulalltag zu integrieren. Durch Workshops und die eigenständige Entwicklung von Demokratieprojekten lernen Schüler:innen, wie Demokratie funktioniert, wie Meinungsbildungsprozesse ablaufen und wie sie selbst Verantwortung in ihrer Schulgemeinschaft übernehmen können. Für Schulen bietet die Teilnahme zudem die Chance, demokratische Schulentwicklung nachhaltig zu stärken, Partizipationsstrukturen auszubauen und engagierte Schüler:innen gezielt zu fördern.
Jetzt einsteigen: Wahlstarter:innen-Ausbildung 2026
Im Herbst 2026 findet erneut eine modulare Wahlstarter:innen-Ausbildung statt, um weitere Schulen in das Programm aufzunehmen. Teilnehmen können interessierte Schüler:innen, die demokratische Kompetenzen, Teamfähigkeit, Engagement und ihre Selbstwirksamkeit stärken möchten oder gemeinsam innovative Beteiligungsprojekte an ihrer Schule entwickeln wollen. Eine Info-Veranstaltung für Schüler:innen und Lehrkräfte wird hierzu am 11.05.2026 stattfinden. Die Anmeldung erfolgt unter: www.eveeno.com/infoveranstaltung_2026
Hintergrundinformationen
Das Ministerium für Bildung und Kultur sowie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung setzen erstmals zusammen ein Peer-Education-Programm zur Vorbereitung auf die Landtagswahlen um. Das Programm richtet sich an junge Menschen an Gymnasien, Förderschulen, Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen, die 2027 zum ersten Mal an einer saarländischen Landtagswahl teilnehmen. Junge Menschen dieser Schulen werden zu sog. Wahlstarter:innen qualifiziert, die in der Lage sind, an ihren Schulen Demokratieprojekte mit ihren Mitschüler:innen anzustoßen. Durch das Programm sollen ihre Demokratiekompetenzen sowie eine demokratische Haltung gestärkt werden. Dafür erhalten sie praxisnahes Know-how in Projektmanagement und Methoden der Demokratiebildung.
Ebenso werden die Lehrkräfte, die die Demokratieprojekte der jungen Menschen begleiten, einbezogen und in digitalen Formaten für diese Aufgabe qualifiziert. Diese pädagogischen Fach- und Lehrkräfte vertiefen ihre Handlungskompetenz im Bereich der politischen Bildung und stärken zukünftig insgesamt die demokratischen Strukturen, Kultur und partizipativen Ansätze an saarländischen Schulen.
Die Umsetzung des Programms wird durch ein Beratungsforum aus zentralen Akteur:innen der Demokratiebildung begleitet. Diese Akteur:innen werden gleichzeitig auch die Mentor:innen der Demokratieprojekte sein. www.dkjs.de/programm/dein-saarland
Über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich seit 30 Jahren dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Mit ihren Programmen und Projekten stößt die DKJS gemeinsam mit Partner:innen aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Veränderungsprozesse an. www.dkjs.de
Pressekontakt
Matthias Labisch
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH
matthias.labisch@dkjs.de
T: +49 1515 4784 896
Links und Downloads
Ihre Ansprechperson

Matthias Labisch
Bildungsmanager für Demokratiebildung und Schülermitwirkung
DKJS Sachsen
Bautzner Str. 22 HH
01099 Dresden
+49 (0)351 32 01 56 18
matthias.labisch@dkjs.de