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Jubiläum: 10 Jahre Berliner Ferienschulen

Ein Jahrzehnt erfolgreiche Förderung von Sprachkompetenz und Selbststärkung geflüchteter Kinder und Jugendlicher

05.12.2025

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Ankommen in einem neuen Land – ohne die Sprache zu sprechen – gehört zu den größten Herausforderungen für geflüchtete Kinder und Jugendliche, die Zuflucht suchen. Sprache ist dabei mehr als ein Mittel zur Verständigung: Sie öffnet Türen zu Bildung, Freundschaften und gesellschaftlicher Teilhabe.

 

Sprache als Zugang zu neuen Erkenntnissen und Ressourcen

 

Seit 2015 begleiten die Berliner Ferienschulen geflüchtete und zugewanderte Kinder und Jugendliche. In einem geschützten Lernraum außerhalb des Regelunterrichts können sie in den Ferien Deutsch lernen, Selbstvertrauen entwickeln und Neues ausprobieren.

Was als Reaktion auf die Fluchtbewegung ab 2015 begann, hat sich heute zu einem etablierten, wirksamen und vielseitigen Förderprogramm entwickelt. Als gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin haben sich die Berliner Ferienschulen in den letzten 10 Jahren zu einem wichtigen Baustein der Berliner Bildungslandschaft entwickelt.

Über 16.000 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen zehn Jahren ihre Sprachkompetenzen erweitert, soziale, sportliche oder künstlerische Fähigkeiten entdeckt, neue Perspektiven gewonnen und Berlin ein Stück mehr zu ihrem Zuhause gemacht. Aus den Erfahrungen wurde deutlich: Über Sprache erhalten Kinder und Jugendliche Zugang zu neuen Erkenntnissen und Ressourcen, die für ihren weiteren Weg wichtig sind. Die 20-jährige Anee, eine ehemalige Teilnehmerin, bringt es in der Jubiläumspublikation auf den Punkt: „Die Berliner Ferienschule war für mich ein Raum, um Neues auszuprobieren und Selbstbewusstsein zu entwickeln.“

 

Mut, Sicherheit und Vertrauen

 

Zum Lernen brauchen Kinder und Jugendliche vor allem eines: einen sicheren Ort, an dem sie gesehen, unterstützt und ernst genommen werden. Viele von ihnen haben zum Teil traumatisierende Erfahrungen gemacht oder sind auf ihrem Weg nach Berlin Unsicherheiten, Rassismus, Gewalt und anderen Hürden begegnet. Auch das neue Bildungssystem stellt eine große emotionale Herausforderung dar.

„Die Berliner Ferienschule ist für mich vor allem ein safe place – dort habe ich gelernt, an mich zu glauben.“

Lava

Ehemalige Teilnehmerin der Berliner Ferienschulen, 20 Jahre

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Die Berliner Ferienschulen bieten den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen ihr Selbstkonzept zu stärken, ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu merken: Meine Ideen zählen. Aus dieser Erfahrung entstehen Mut und Sicherheit – und die Bereitschaft, die neu gewonnenen sprachlichen und persönlichen Kompetenzen auch im Alltag zu nutzen.

 

Die Zukunft aktiv mitgestalten

 

Vier ehemalige Teilnehmende der Berliner Ferienschulen berichten heute, wie nachhaltig das Programm ihren Start in Berlin erleichtert hat und ein entscheidender Baustein ihres Bildungsweges geworden ist. Alle vier verfolgen inzwischen erfolgreich ihren Bildungsweg – ein beeindruckender Erfolg.

Viele möchten das, was sie selbst erfahren haben, nun weitergeben und selbst aktiv werden und Verantwortung übernehmen. Der 22-jährige Jurastudent Sami, der inzwischen auch im Vorstand unterstützender Vereine tätig ist, gibt den Rat an die jungen Kinder und Jugendlichen: „Sucht Gleichgesinnte und engagiert euch – das öffnet Türen und gibt Selbstvertrauen.“ Auch die 20-jährige Lava, die 2022 erstmals an den Berliner Ferienschulen teilnahm und sich heute neben ihrem Abitur in der Nachhilfe und als Tutorin engagiert, erzählt: „Besonders inspiriert haben mich diese jungen Tutorinnen. Das sind wirklich die Menschen, die mich dazu gebracht haben, heute in der Berliner Ferienschule als Betreuungsperson mitzuwirken.“ Sami ergänzt: „Die Dozenten oder Tutoren hatten selbst auch Lust, wirklich mitzumachen. Sie haben uns das Gefühl gegeben: Ihr könnt auch etwas geben.“

„Migrationsgeschichte ist keine Schwäche, sondern eine Bereicherung.“

Lava

Ehemalige Teilnehmerin der Berliner Ferienschulen, 20 Jahre

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Erlebte Teilhabe

 

Kinder und Jugendliche wollen lernen, gesehen und ernst genommen werden – unabhängig von ihrer Herkunft oder Startbedingungen. Durch erlebte Teilhabe, das Kennenlernen der eigenen Stärken und Selbstwirksamkeitserfahrungen, entsteht eine stabile Basis für ein selbstbestimmtes Leben. Die Erfahrungen aus zehn Jahren Berliner Ferienschulen zeigen: Dieses Potenzial muss weiterhin genutzt werden, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche die Chance auf eine starke Zukunft haben.

 

Auf einen Blick: Die Jubiläumspublikation

 

Die neu erschienene Jubiläumspublikation fasst die Ziele, Angebote und die Architektur des Programmes übersichtlich zusammen. Dazu bietet sie inspirierende Einblicke in die Erfolgsgeschichten von vier ehemaligen Teilnehmenden. Ein Blick hinein lohnt sich.

Fit für die Schule plus Berliner Ferienschulen – Sprachförderung, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin.

Ihre Ansprechpersonen
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Yvonne Hylla

DKJS Berlin mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
Tempelhofer Ufer 11
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+49 (0)30 25 76 76 51 5
yvonne.hylla@dkjs.de

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Isabel Kuttner

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