Gute Bildung braucht gesunde Fachkräfte
Stellungnahme der SWK bestätigt den ganzheitlichen Ansatz des sächsischen Trainingsprogramms für die Entwicklung resilienter Organisationen in der frühen Bildung
26.11.2025

© DKJS/Jakob Erlenmeyer & Nikolaus Götz
„Die SWK empfiehlt gezielte Strategien zur Gesundheitsförderung – auf individueller, organisatorischer und systemischer Ebene zur Stärkung von Fachkräften und Kindern: Gesundheit der Fachkräfte als Schlüssel für gute Bildung in Kitas“, heißt es in der Pressemitteilung der Ständigen wissenschaftlichen Kommission (SWK) der KMK.
Ganzheitlicher Ansatz für Resilienz in Kitas
Mit dem Trainingsprogramm für die Entwicklung resilienter Organisationen in der frühen Bildung setzt die DKJS in Sachsen genau hier an. Das Programm unterstützt Träger der frühen Bildung mit einem ganzheitlichen Ansatz dabei, die Resilienz der Teams auf verschiedenen Ebenen zu stärken. Das Besondere: Von der einzelnen Fachkraft über das Team und die Leitung bis hin zur gesamten Trägerorganisation werden alle Ebenen angesprochen und darin bestärkt, widerstandfähiger zu werden. Mit der aktuell veröffentlichten Stellungnahme der SWK „Gesunde Fachkräfte, gute Bildung: Personal und Qualität in der frühen Bildung sichern“ findet dieser Programmansatz Bestätigung.
Herausforderungen im System der frühkindlichen Bildung
Das System der frühkindlichen Bildung und Betreuung steht nicht nur aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels unter erheblichem Druck, sondern sieht sich zunehmend auch mit der langfristigen Sicherung qualifizierter Fachkräfte konfrontiert. Die SWK hat die aktuelle Lage eingehend analysiert und dabei den Fokus auf die Beschäftigten sowie deren gesundheitliche Situation gelegt.
Erweiterte Perspektive auf Gesundheit und Qualität
In ihrer jüngsten Stellungnahme plädiert die SWK für eine erweiterte Perspektive: Auf Grundlage empirischer Erkenntnisse wurden individuelle, organisatorische und strukturelle Faktoren untersucht, die die psychische Gesundheit, die Arbeitszufriedenheit und die Bindung der Fachkräfte an ihren Beruf beeinflussen. Zudem werden die Folgen für die Qualität der pädagogischen Arbeit und die Entwicklung der Kinder beleuchtet.
Empfehlungen der SWK für Prävention und Intervention
Darauf aufbauend formuliert die Kommission Empfehlungen für Präventions- und Interventionsstrategien, die auf verschiedenen Ebenen des Systems ansetzen. Besonders betont wird, dass Maßnahmen zur Stärkung der persönlichen Resilienz – etwa durch Angebote zur Stressbewältigung – zwar hilfreich sind, jedoch nicht ausreichen. Entscheidend sind zusätzlich gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in den Einrichtungen, für deren Umsetzung die Träger Verantwortung tragen. „Es wird deshalb dafür plädiert, nicht nur individuelle Ansätze auf der Ebene der pädagogischen Fachkräfte zu entwickeln und zu implementieren, sondern das gesamte Setting Kindertageseinrichtung in den Blick zu nehmen.“ (SWK, 2025, S. 34)
Inhalte und Ziele des Trainingsprogramms
Das Trainingsprogramm für die Entwicklung resilienter Organisationen in der frühen Bildung hat sich genau das zum Ziel gesetzt. Die Fachkräfte der teilnehmenden Kitas erhalten in fünf Modulen Basiswissen zum Thema Resilienz sowie inhaltliche und methodische Anregungen in den Themenbereichen „Wohlbefinden“, „Aktiv handeln“, „Gemeinschaft leben“ und „Entwicklung“. Die Teilnehmenden setzen sich mit Strategien der Selbstfürsorge auseinander, entwickeln gemeinsam Handlungsansätze für einen besseren Umgang mit Stress bzw. herausfordernden Situationen und erproben Methoden um die Gemeinschaft im Team sowie das Wir-Gefühl zu stärken. Zum Abschluss der Module werden persönliche Vorhaben sowie Teamvorhaben formuliert.
Reflexion und Umsetzung im Kita-Alltag
Nach ca. sechs Wochen gibt es mit den Teilnehmenden Reflexionsgespräche, um zu überprüfen, inwieweit die Vorhaben umgesetzt und neue Ansätze oder Methoden in den Kita-Alltag integriert werden konnten. Zudem erhalten die Kita-Leitungen und ihre Stellvertretungen in einer Leitungsfortbildung Wissen und Methoden für resilienzförderndes Führungshandeln einerseits und Strategien für Selbstfürsorge als Leitung andererseits. Darüber hinaus werden Arbeitstreffen mit den Trägerverantwortlichen genutzt, um auf das betriebliche Gesundheitsmanagement zu schauen. Dabei werden Rahmenbedingungen eines resilienzförderlichen Arbeitsumfeldes diskutiert, Möglichkeiten der präventiven Gesundheitsförderung erörtert und Ansätze zur Steigerung der Zufriedenheit von Mitarbeitenden aufgezeigt.
Fachkräfte sichern durch bessere Rahmenbedingungen
Die Frage nach der Fachkräftesicherung spielt dabei eine wichtige Rolle. Die aktuell rückläufigen Kinderzahlen in den frühpädagogischen Einrichtungen bieten das Potenzial, Arbeitsbedingungen kurzfristig zu verbessern. Auch die SWK empfiehlt den „Erhalt freiwerdender Personalkapazitäten durch den demografischen Wandel“ (S. 5) für eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen und die Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen.
„Eine resiliente Organisation braucht eine wertschätzende, fehlerfreundliche und transparente Kultur sowie eine enge Zusammenarbeit aller Ebenen – von der Fachkraft über die Leitung bis hin zu Trägern, Politik und Gesundheitsakteuren.“ (SWK, 2025, S. 5).

Dieser Beitrag wurde von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Rahmen des Programms Trainingsprogramm für die Entwicklung resilienter Organisationen in der frühen Bildung erstellt.
Die Zuwendung wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) zur Verfügung gestellt.
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