Drei Fragen an ...
Anne Rolvering
„Junge Menschen wollen Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen.“
10.12.2025

© DKJS/Stefanie Loos
In diesem Jahr rückte der Tag der Bildung die Frage in den Mittelpunkt, wie wichtig jungen Menschen unternehmerische Kompetenzen sind – also die Fähigkeit, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Dafür hat die DKJS gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung eine repräsentative forsa-Befragung beauftragt. Ein zentrales Ergebnis: 74 Prozent der jungen Menschen halten Kenntnisse über unternehmerisches Denken und Handeln für (sehr) wichtig für ihre berufliche Zukunft. Noch wichtiger finden sie es, ein Projekt planen und umsetzen zu können (85 Prozent).
Anne, was geht dir bei diesem zentralen Ergebnis der Studie durch den Kopf?
Es ist ein starkes Signal, dass jungen Menschen unternehmerische Kompetenzen so wichtig sind. Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, dass Bildungseinrichtungen überfachliche Kompetenzen stärken und ihnen mehr Raum geben sollten. Wer schon früh lernt, eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen, stärkt damit Innovationskraft, Gestaltungswillen und Durchhaltevermögen. Das sind Fähigkeiten, die für die persönliche Entwicklung genauso entscheidend sind wie für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.
Die Studie zeigt auch: Junge Menschen denken unternehmerisch, bringen ihre Ideen aber in ihren Einrichtungen nicht ein. Was muss sich aus deiner Sicht ändern?
Damit junge Menschen ihre Ideen wirklich einbringen können, brauchen sie vor allem reale Gestaltungsspielräume in ihren Einrichtungen. Dazu gehören strukturell verankerte Freiräume, um Ideen zu entwickeln und Dinge auszuprobieren. In Schulen können das zum Beispiel AGs, Ganztagsangebote, praxisorientierte Lernformate oder auch Projekttage sein. Wichtig ist außerdem eine Lernumgebung, die von Vertrauen geprägt ist – in der Fehler als Chance gelten und junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen. Und genau deshalb müssen wir sie stärker ermutigen und ihnen zutrauen, eigene Vorhaben auf den Weg zu bringen. Wenn junge Menschen früh erfahren, dass ihr Handeln etwas bewirken kann, dann können sie die Arbeits- und Lebenswelt von morgen aktiv mitgestalten.
Der Tag der Bildung schafft jedes Jahr Aufmerksamkeit für wichtige Bildungsthemen. Welche Chancen bietet der Tag aus deiner Sicht, um zentrale Themen junger Menschen stärker in den öffentlichen Blick zu rücken?
Mit dem Aktionstag möchten wir den Blick weg von Problemen und Defiziten im Bildungssystem hin zu Lösungen, guten Beispielen und gelingender Praxis lenken. Wir wollen einen konstruktiven und zukunftsorientierten Diskurs anstoßen und Akteure zusammenbringen, die gemeinsam Themen vorantreiben. Zugleich rückt der Tag ganz bewusst die Perspektiven junger Menschen in den Mittelpunkt. Ihre Anliegen, Wünsche und Herausforderungen werden sichtbar. Sie sind nicht nur Konsument:innen von Bildung, sondern aktive Gestalter:innen ihrer Zukunft. Die Ergebnisse der diesjährigen forsa-Studie zeigen sehr deutlich, wie groß ihr Gestaltungswille ist: Junge Menschen wollen Ideen entwickeln, Projekte umsetzen und Verantwortung übernehmen. Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, passende Rahmenbedingungen zu schaffen und sie auf diesem Weg zu unterstützen, zu ermutigen und ihnen passende Räume zu geben.
Zum Download
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tag-der-bildung.de
Alle Informationen zum Aktionstag
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Tag der Bildung 2025: Zentrale Ergebnisse
Zusammenfassung der forsa-Ergebnisse zum Tag der Bildung 2025
pdf 248,85 KBpdf 248,85 KB -
forsa-Ergebnisbericht: Tag der Bildung 2025
Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 14- bis 21-Jährigen zum Tag der Bildung 2025
pdf 597,82 KBpdf 597,82 KB
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© DKJS/Stefanie Loos
Anne Rolvering
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