27.04.2016 · Aktuelles

Von der Studie in den Transfer

© dkjs/B.Bernat

Marcel Oschmann, Programmmitarbeiter der DKJS

Was bringt eine Jugendstudie wie die SINUS-Jugendstudie 2016 eigentlich? Marcel Oschmann ist Programmmitarbeiter der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und hat im letzten Jahr die bundeslandspezifische SINUS-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche in Brandenburg“ begleitet. Er weiß, wie dort heute mit den Ergebnissen umgegangen wird:

 

Wer arbeitet denn mit der im letzten Jahr veröffentlichten SINUS-Studie?

Die Jugendsozialarbeiterinnen und –sozialarbeiter  in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree arbeiten mit unserer Unterstützung seit dem letzten Jahr an der Übersetzung der Studienergebnisse in die praktische Arbeit.

In den Jugendämtern wird mit dem Ansatz aber nicht erst seit der Studie gearbeitet. Im Landkreis Dahme-Spreewald wurde der Ansatz der Lebenswelten im letzten Jahr sogar in die strategischen Ziele der Jugendhilfeplanung 2017 aufgenommen.

 

Und wie sieht diese Arbeit aus?

Vor Ort wird in den Landkreisen und Kommunen natürlich überlegt, welche Konsequenzen aus der Lebensweltstudie gezogen werden müssen. Konkret geht es da zum Beispiel um die Angebote in Jugendzentren. Kann man vor dem Hintergrund der Ergebnisse hier vielleicht Anpassungen vornehmen? Aus welcher Lebenswelt stammt der Sozialarbeiter, der die Angebote vorbereitet? Und aus welcher Lebenswelt kommen die Jugendlichen, die diese Angebote wahrnehmen sollen? Wir begleiten als Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zum Beispiel den Transfer der Ergebnisse auf die Jugendeinrichtungen in Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt.

 

Die Jugendstudie in Brandenburg wurde in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführt. Seitdem hat sich ja einiges verändert.

Ja, auf jeden Fall. Wir haben nicht nur in Brandenburg gerade die Herausforderung, dass in den letzten Monaten viele geflüchtete  Jugendliche in die Region gekommen sind. Jetzt stehen wir dort mit einer Studie, die diese Jugendlichen noch gar nicht berücksichtigt hatte. Wir überlegen nun, wie wir das SINUS-Lebensweltmodell nutzen können, um auf die neue Vielfalt gut reagieren zu können. Die partizipative Beteiligung aller Jugendlicher bei der Angebotsgestaltung in den Jugendeinrichtungen ist da zum Beispiel eine Idee.

 

Das heißt es wird nicht nur mit den Ergebnissen, sondern auch mit dem Studienansatz selbst weitergearbeitet?

Ja, natürlich. Es gibt nicht die eine Jugend, das hat ja die jüngst erschienene bundesweite SINUS-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche 2016?“ gezeigt. Wir müssen die Instrumente immer wieder überprüfen, um auch in Zukunft Ergebnisse zu generieren, mit denen die Praxis gut arbeiten kann.

 

Die neu erschienene bundesweite SINUS-Jugendstudie "Wie ticken Jugendliche 2016" ist kostenlos zum Download verfügbar unter http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-12533-2.

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