SPIELRAUM
Den eigenen Platz finden
Wo sich junge Menschen in ihrer Freizeit treffen und miteinander austauschen, ergibt sich häufig aus den verfügbaren Plätzen. So werden der ungenutzte Parkplatz, die kaputte Sportfläche oder die brachliegenden Baulücke zum Treffpunkt - jenseits von Sportverein oder Schule. Gerade in sozial benachteiligten Stadtteilen großer Ballungsräume können viele Jugendliche häufig ihre Freizeit nicht sinnvoll nutzen und werden kaum aktiv in die Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung eingebunden, da es wenig attraktive Freizeitangebote gibt und die Jungendlichen wenig Aufmerksamkeit erfahren.
Wie können sie also mit sportinteressierten Freunden etwas auf die Beine stellen?
Eure Stadt, euer SPIELRAUM
Für diese Jugendlichen gibt es SPIELRAUM, das Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Nike. SPIELRAUM fördert Initiativen, die ungenutzte Plätze gemeinsam mit jungen Menschen in lebenswertere Orte verwandeln - für Teamsport und persönliche Entfaltung. Das Programm nutzt dabei die Chancen von Sport als einen von Jugendlichen akzeptierten Zugang der Jugendsozialarbeit, der häufig ihre persönlichen Interessen anspricht.
Idealerweise helfen alle dabei mit: Eltern, Nachbarn und alle anderen, die Jugendliche fördern können.
SPIELRAUM richtet sich an Kinder und Jugendliche, die ihre Begeisterung für Sport mit Gleichaltrigen teilen wollen.
Mehr Raum für Entwicklung
SPIELRAUM will jedoch mehr als Sport. Es geht um die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstkritik, um die Aneignung öffentlicher Räume und Engagement für den eigenen Stadtteil. So ein gemeinschaftlich verantworteter Anlaufpunkt für junge Menschen bietet mehr Raum für Entwicklung: Zusammen mit Betreuern können Jugendliche ihre Stärken kennen lernen, Kompetenzen erweitern und Verantwortung für sich und andere übernehmen, um ein gerechtes und demokratisches Miteinander einzuüben. Das Programm hilft, Zuständigkeitsgrenzen zu überwinden und Verantwortungsgemeinschaften zu bilden. Unterschiedliche Akteure wie Träger der Jugendarbeit, Eltern, Jugendamt, Schulen oder Sportvereine helfen dabei, dass mit SPIELRAUM aus einer unattraktiven Fläche ein sichtbarer, bekannter Ort und wichtiger Anlaufpunkt für junge Menschen aus der Nachbarschaft wird.
Wo sie das machen können, was sie gern tun und die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
SPIELRAUM Berlin
„Klix-Arena“ in Reinickendorf
In Zusammenarbeit mit Streetworkern des Vereins Gangway und dem Bezirksamt Reinickendorf haben sich die Jugendlichen einen Platz geschaffen, auf dem sie das machen, was sie gern tun: Fußball spielen. Die „Klix-Arena“ ist mehr als ein Bolzplatz: Neben regelmäßigen Trainings üben sich die Jugendlichen im Rapsong-Schreiben oder bauen den eigenen Ligabetrieb auf. Auch ihre jüngeren Geschwister und Eltern nutzen den Platz als Kieztreffpunkt, an dem sie ihre Ideen bei der Gestaltung und Umsetzung einbringen können. Dies gelingt nur in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Trägern und Initiativen aus der Region.
SPIELRAUM Zürich
„Hohlstraße“ im Quartier Langstraße
Die Hohlstrasse im Quartier Langstrasse ist einer der wenigen Orte der Stadt Zürich, an dem sich Jugendliche in einem Hindernissparcours im Skaten oder BMX-Fahren üben können. Der Platz ist ein fester Treffpunkt der jungen Generation. Die Anlage entsprach allerdings nicht mehr den Sicherheitsstandards der heutigen Zeit, weshalb die Stiftung für soziale Jugendprojekte (Schtifti) und die Offene Jugendarbeit Zürich (OJA) ein Nutzungskonzept entwickelt haben, mit dem die verwitterte Anlage wieder zu einem Raum für Kinder und Jugendliche wird: ein Spielraum, in dem sie sich sportlich betätigen können und dabei pädagogisch begleitet werden. Das Tiefbauamt der Stadt Zürich hat die Umsetzung tatkräftig unterstützt. Die bestehenden Skate-Anlagen wurden ersetzt und durch Fußballkleinfelder ergänzt. Dabei wurden die Kinder und Jugendlichen des Quartiers eingebunden und auch bei der Eröffnung des neuen SPIELRAUMS übernahmen sie eine tragende Rolle.
SPIELRAUM Wien
„Underground“ im 21. Bezirk
Die Jugendlichen des 21. Bezirks in Wien treffen sich an der SCN Abfahrt der Nordautobahn. Der architektonisch „zufällig“ entstandene Raum unter der Abfahrt, bietet Platz und ein Dach. Jugendliche haben gemeinsam mit Streetworkern von JUVIVO.21 in Workshops erarbeitet, was sie sich wünschen und brauchen, um diesen Platz zu einem attraktiven Ort umzugestalten. Rausgekommen ist: Ein beleuchteter Sportplatz mit Fußballtoren, ein Spielfeld für Faustball, ein speziell eingelassener Tanzboden und jede Menge Sitzgelegenheiten.
Kontakt und weitere Informationen:
Gabriele Schmidt, Yildiz Gümüs
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
E-Mail: yildiz.guemues [at] dkjs.de
Tel.: 030 - 25 76 76 - 27
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