Anlässlich des zweiten Welttages der sozialen Gerechtigkeit am 20.02.2010

18.02.10 – Kinder brauchen mehr und breitere Angebote für gute Bildung

 

Zum zweiten Mal jährt sich am 20. Februar der Welttag der sozialen Gerechtigkeit, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Armut in Deutschland verhindert, dass Kinder ihre Potenziale entdecken und entfalten können. Deshalb braucht es nicht nur materielle Hilfen, sondern mehr und bessere Bildung. Der Zugang zu Bildung sowie deren Qualität sind dabei der Schlüssel. Aber Bildung sollte mehr als Schulbildung sein oder Bildung für Arbeitswelt und Wirtschaftswachstum, wie die aktuelle OECD-Studie "The High Cost of Low Educational Performance - The Long-Run Economic Impact of Improving PISA Outcomes" nahe legt.
 

Worauf es ankommt, damit Kinder ihre Talente entfalten können, zeigen die Evaluationsergebnisse des bundesweiten Programms Lichtpunkte (www.lichtpunkte.info).

Was sozial benachteiligte Kinder brauchen:

· Wissen um die eigenen Stärken: Kindern und Jugendlichen mit Vertrauen und
Respekt begegnen. Ihnen ihre Talente zeigen und anerkennen. Die jungen
Menschen erleben: Ich kann was, ich bewirke etwas.

· Vom Kind ausgehen: Lichtpunkte-Projekte setzen bei dem an, was das Kind
möchte und kann. Sie können Schwimmen lernen, Hilfe bei den Hausaufgaben
bekommen oder lernen, wie man sich gesund ernährt. Die Angebote nehmen immer
Bezug auf den Alltag der jungen Menschen.

· Sichere Bindung zu Erwachsenen: Die erwachsenen Begleiter sind
vertrauenswürdig, fähig sich auf die Stärken der Kinder zu konzentrieren und
bauen eine verlässliche Bindung zu den Heranwachsenden auf.

· Verlässliche und kostenfreie Angebote: Die Kinder und Jugendlichen
entscheiden selbst, ob sie an den Aktivitäten teilnehmen. Zugleich sind es
verlässliche Angebote, die regelmäßig stattfinden. Denn sowohl
Verbindlichkeit als auch die Einhaltung von Absprachen und Zeiten sind
wichtig.

· Angebote im Wohnumfeld: Die Initiativen sind in unmittelbarer Nähe der
Kinder und Jugendlichen. Sie erreichen die Angebote schnell und ohne
Fahrtkosten.

Beispiele für Lichtpunkte

"Musik macht uns gemeinsam stark!" an der Hunsrück-Grundschule in Berlin
An der Kreuzberger Grundschule können Kinder ein Instrument spielen lernen.
Ob Klarinette, Geige oder Trompete: Die Schüler wählen selbst und erhalten
Unterricht. Sowohl das Ausleihen der Instrumente als auch die Proben sind
kostenlos. Mit Hilfe von engagierten Eltern wird Instrumentalunterricht und
ein Schulchor angeboten. Die jungen Menschen spielen gemeinsam mit den
Mitschülern. Sie lernen hier, sich auf das Instrument zu konzentrieren und
trainieren ihr Gedächtnis. Am Ende spielen sie im Orchester oder in einer
Schülerband - unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern.


"Kinderrestaurant" Zeithain in Sachsen. Im Kinderrestaurant Zeithain der Diakonie Riesa-Großenhain bieten Jugendliche ehrenamtlich Kochkurse an und bereiten gemeinsam mit Kindern Mahlzeiten zu. Wenn Kinder mit wachsender Begeisterung ihr eigenes Essen zubereiten, ist das der erste Schritt zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Gemeinsam bewirtschaften die Kinder das Restaurant, planen, kaufen Zutaten ein, kochen und servieren. Sie lernen nicht nur, wie man sich gesund ernährt, sondern auch, wie stolz es macht, wenn es den eingeladenen Eltern und Gästen schmeckt.

Weitere Lichtpunkte unter: www.lichtpunkte.info
Zum Netzwerk des Programms Lichtpunkte gehören bundesweit 27 Initiativen, die
sich mit kreativen Ideen und viel Engagement dafür einsetzen, sozial
benachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu
fördern und ihnen Chancen bieten, herkunftsbedingte Barrieren zu überwinden.
Schirmherrin ist Britta Steffen, die zweimalige Olympiasiegerin und
Weltmeisterin im Schwimmen.

Pressekontakt:

Alexander Behrens, Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin,
Tel.: 030 / 25 76 76 - 46 Fax: 030 / 25 76 76 - 10,
E-Mail: alexander.behrens [at] dkjs.de

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich dafür ein, dass
junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische
Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Sie stärkt Kinder in dem, was
sie können und was sie bewegt. Sie ermutigt junge Leute, ihren Platz in der
Gesellschaft selbst zu gestalten und ihr Leben couragiert in eigene Hände zu
nehmen. Um ihnen dabei zur Seite zu stehen, bedarf es vieler und engagierter
Mitstreiter. Deshalb bindet die DKJS Eltern, erwachsene Begleiter und
Institutionen in ihre Programme ein und stößt Reformprozesse an: in
Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder lokalen Jugendpolitik.