Jüngste Firmenchefs diskutieren mit Ministerpräsidenten
22.04.10 – Wirtschaftsgipfel an der Quedlinburger „Heinrich Mette“ Berufsschule: In kleiner Runde trafen sich Schülerinnen und Schüler von acht Schülerfirmen mit Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und tauschten sich über Bilanz und Aussichten von Schülerunternehmen aus.
Unter seiner Schirmherrschaft unterstützt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Regionalstelle Sachsen-Anhalt, mit dem dreijährigen Programm Gründerkids - früh aufstehen - früh gründen seit Anfang Februar 2009 die Gründung und die Arbeit von Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt. Insgesamt gibt es bereits 63 aktive Schülerfirmen im Land. Böhmer zeigte sich von der Arbeit der Mädchen und Jungen beeindruckt: "Es ist eine gute Idee, um so rechtzeitig und ohne Risiko die harten Wettbewerbsbedingungen des Marktes zu erlernen."
"Wir haben im Unterricht viele betriebswirtschaftliche Dinge gelernt. Ich hätte aber nie gedacht, dass es in der Praxis bei der Organisation der Arbeit einer Firma so viele Probleme zu lösen gibt", konnte Max Zander, scheidender Vizechef der Solanos S-GmbH aus seiner Arbeit berichten. Die Firma an der Quedlinburger Berufsschule hat sich auf den Verkauf von fair gehandeltem Kaffee aus Nicaragua spezialisiert.
Firmenchef Max Wehrmann vom Stadtfeld-Gymnasium Wernigerode schilderte dem sichtlich beeindruckten Ministerpräsidenten, wie mit seiner eingetragenen Schüler-Genossenschaft Zeithandel funktioniert. Über eine Internetplattform können Schüler gegen eine firmeneigene Währung in Kontakt treten und Nachhilfestunden von anderen Schülern einkaufen. Den Service der gerade fünf Monate arbeitenden Firma hätten bereits 117 Schüler genutzt. Für dieses Jahr werde eine leichte Gewinnausschüttung an die sechs Eigner der Genossenschaft erwartet.
Andere Schülerfirmen reinvestieren ihren Gewinn oder spenden ihn sogar. Aber auch wenn eine Schülerfirma kein Minusgeschäft machen darf, geht es doch nicht nur um den Profit. Die Jungunternehmer lernen Entscheidungen treffen, verantwortungsvoll zu handeln und im Team zu arbeiten. Und die praktische Anwendung von Schulstoff, der bisher vielleicht noch abstrakt geblieben ist. Die Begeisterung und der Einsatz der Schüler für „ihre Firma“ ist meist groß und eine gute Basis für den Einstieg in ein späteres Berufsleben.
Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und die Heinz Nixdorf Stiftung fördern deshalb gemeinsam den Unternehmergeist an sachsen-anhaltinischen Schulen. „Die Anzahl der Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt soll weiter erhöht und gleichzeitig die Kooperation zwischen Unternehmen und Schulen verstärkt werden", formulierte Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der DKJS, das Ziel der weiteren Arbeit mit Gründerkids, das Teil der Initiative Wege finden ist.



